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ESG: Vom Trend zum Werttreiber

ESG ist im Kapitalmarkt etabliert: Investoren setzen immer mehr auf die wechselseitige Beziehung von wirtschaftlichem Erfolg und nachhaltigem Engagement. Auch Audi steuert nach den Kriterien Environment, Social und Governance (ESG).

ESG und Wertentwicklung – eine wechselseitige Beziehung

Clownfische und Seeanemonen leben in einer perfekten Symbiose. Die giftigen Nesselzellen der Anemonen bieten Schutz vor Fressfeinden. Als Gegenleistung sorgen die Clownfische für saubere Tentakeln und fächern Sauerstoff zu, wenn er im Wasser knapp wird. Die Beziehung von Unternehmenserfolg und Nachhaltigkeit in der Automobilindustrie entwickelt sich gerade zu einer ähnlichen Symbiose. Einer wechselseitigen Beziehung, die nicht auf kurzfristigen Erfolg, sondern auf ein langfristiges und gesundes Miteinander setzt, von dem beide Seiten profitieren.

Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen

Audi kann aus eigener Erfahrung beurteilen, wie massiv die Auswirkungen von ESG auf den Unternehmenswert sein können: Die Dieselkrise hat das Unternehmen in vielerlei Hinsicht belastet. „So etwas wie den Dieselskandal darf es in unserem Unternehmen nie mehr geben“, sagt CEO Markus Duesmann. „Dafür haben wir in den vergangenen Jahren viele Prozesse neu aufgesetzt und sogenannte Golden Rules etabliert.“

„Investors first“ heisst heute „purpose driven“

Eine Steuerung nach ESG ist nicht nur aktives Risikomanagement, sondern die Basis für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg – vor allem in der aktuellen Zeit, in der sich das gesellschaftliche Wertesystem nachhaltig verändert. Etablierte Geschäftsmodelle werden abgelöst. Neue, nachhaltige Produkte sorgen für Wachstum. Unternehmen, die nach ESG geführt werden, wirtschaften erfolgreicher und sichern sich wertvolle Markanteile. Effiziente Prozesse und Kreislaufwirtschaft reduzieren die Belastung für die Umwelt, sparen Ressourcen und senken die Kosten.

In der Unternehmensführung ist Nachhaltigkeit zur tragenden Säule geworden – und damit vom Trend zum Werttreiber. Audi hat mit der Vision der „schönsten Form nachhaltiger Mobilität“ ein klares Bekenntnis dazu formuliert. Um die Integration von ESG-Kriterien voranzutreiben, werden Kernthemen der Nachhaltigkeit danach bewertet, welche Bedeutung sie für den Geschäftserfolg haben. In Wesentlichkeitsanalysen werden dazu regelmässig interne und externe Stakeholder um ihre Einschätzung zu relevanten Handlungsfeldern gebeten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden fortlaufend mit der Unternehmensstrategie abgeglichen.

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Ambitionierte CO₂-Roadmap

„E“ wie Environment: Bei den alternativen Antriebstechnologien setzt Audi auf eine breitere Basis und treibt die E-Mobilität weiter voran mit dem Ziel bis 2025 30 elektrifizierte Modelle anzubieten, 20 davon rein elektrisch. Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge wird dann 40 Prozent des Gesamtabsatzes betragen. Auch konventionelle Motoren entwickelt die Marke weiter und setzt verstärkt auf Mildhybridisierung und ein 48-Volt-Bordnetz. Plug-in-Hybride sind ebenfalls ein wesentlicher Teil der Elektrifizierungsoffensive.

Und Audi geht noch einen Schritt weiter: 2019 wurde mit der „Kapitalrendite nach CO₂-Effekt“ eine neue Steuerungszahl eingeführt, bei der der Einfluss von Fahrzeugprojekten auf den durchschnittlichen CO₂-Ausstoss finanziell bewertet wird. So soll sichergestellt werden, dass der CO₂-Fussabdruck aller Audi Modelle bis 2025 (gegenüber dem Referenzjahr 2015) stufenweise um rund 30 Prozent gesenkt wird – und zwar über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Das gilt nicht nur für die Fahrzeuge, sondern auch für die Produktionsstätten von Audi.

Bis 2025 werden alle Werke CO₂-neutral sein und damit den Vorreitern in Brüssel und Györ folgen. Bis 2050 will Audi unternehmensweit bilanziell klimaneutral werden. Davon hängen Akzeptanz und Relevanz der Marke ab, betont Markus Duesmann. „Und damit auch der Wert der Marke Audi“.

Ausgaben für Weiterbildung um ein Drittel aufgestockt

„S“ wie Social: Auch soziale Kriterien werden zum Werttreiber für Audi. Ein Schwerpunkt liegt in der Aus- und Weiterbildung. 2018 haben beispielsweise mehr als 36.000 Angestellte der AUDI AG an Qualifizierungsmassnahmen teilgenommen. Sie liessen sich vor allem in den Bereichen Elektromobilität und Digitalisierung weiterbilden. Dabei belief sich ihre Qualifizierungszeit weltweit auf rund 1,8 Millionen Stunden. Audi investiert jährlich 80 Millionen Euro in die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter. Das ist ein deutliches Plus gegenüber den Vorjahren. Insgesamt hat Audi das Weiterbildungsbudget bis 2025 auf 500 Millionen Euro aufgestockt.

Regel­konforme und werte­orientierte Unter­nehmens­führung

„G“ wie Governance: Governance, also Unternehmensführung, bildet die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaften. Konkret geht es um Risiko- und Reputationsmanagement, die Verankerung des Nachhaltigkeitsmanagements auf Vorstands- und Aufsichtsratsebene sowie um Compliance und Integrität.

Bei Audi sind die Volkswagen Konzerngrundsätze, das Audi Führungsleitbild und die Audi Unternehmenswerte – Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität – das Wertefundament und die Grundlage der Unternehmenskultur. Sie sollen den Mitarbeitern Orientierung für ihr tägliches Handeln geben. Dialog und Austausch stehen im Vordergrund. So hat beispielsweise das Integritäts- und Compliance-Programm „Together4Integrity“ (T4I) bei Audi bereits rund 82.000 von 90.000 Mitarbeitern erreicht.

Geplanter Anteil am Gesamtabsatz 2025

40

%

elektrifizierte Fahrzeuge

Aufstockung Weiterbildungsbudget auf

500

Mio. EUR

bis 2025

Integritäts- und Compliance-Programm:

82.000

Mitarbeiter mit „Together4Integrity“ bereits erreicht

ESG ist konkreter Ausdruck des Paradigmenwechsels, der in Wirtschaft und Gesellschaft derzeit stattfindet. Audi hat dies erkannt und wichtige Weichen für die Integration der darunter gefassten Themen in die Unternehmensführung gestellt. Jetzt kommt es darauf an, die Massnahmen umzusetzen, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Anders gesagt: Die Symbiose muss gelebt werden.